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Achtung, es wird hot!
Die Frau, die Toni an der Haustür erwartet, versucht mit einem scheuen Lächeln zu kaschieren, dass sie sie
am liebsten ohne Umschweife an sich reißen würde. Teils, um schnell die Tür hinter ihr ins Schloss werfen zu können, damit die Nachbarn den Besuch nicht spitzkriegen und sie Toni später nicht als Großnichte
zweiten Grades ausgeben muss. Karina hat Monate gebraucht, um den Mut zusammenzukratzen, der nötig war, Tonis Nummer zu wählen. Jetzt ist es zu spät, umzukehren oder sich einzureden, alles sei nur eine vorübergehende Geisterverwirrung gewesen, hervorgerufen durch die Einsamkeit, die Midlifecrisis, was auch immer.
Die beiden haben sich nur deswegen kennengelernt, weil sich Toni auf Julias Rat hin bei einer Dating-App
angemeldet hatte. Obwohl sie ihren Account wenige Tage später löschte, brachte ihr die Aktion zwei, drei neue Kontakte, darunter Karina.
An den hellen Wänden des Flurs hängen Erinnerungsfotos. Familienurlaub in den Winterferien, Karina mit
Ex-Mann und Sohn auf Skiern. Reise nach Nepal, die braungebrannte Karina mit einem mageren, schwarzhaarigen Mädchen im Arm, für das sie eine Patenschaft übernommen hat. Sommer. Der Ex-Mann am Grill, im Hintergrund die stillende Karina, von Freunden umgeben.
Daneben Buntstift-Krakeleien von Kindern: Windschiefe Häuschen, lachende Sonnen in den Ecken, Strichmännchen, deren platte Finger und Füße in erfundene Himmelsrichtungen abstehen. Ein Strichgebilde mit gelben Haaren trägt auf mehreren Bildern die Überschrift „Frau Stier“, hier und da wahlweise ohne e oder mit h geschrieben.
„Diese kleinen Kunstwerke haben meine Schüler mir geschenkt“, bestätigt Karina das Offensichtliche. „Ich
schaue sie mir gern an. Findest du das albern?“
„Nein“, sagt Toni, was nur halb gelogen ist. Sie bewundert Karina für die Herzlichkeit, denen sie den
Grundschulkindern entgegenbringt, dennoch findet sie, ihre Kunstwerke wären in einer Schublade besser
aufgehoben als an der Wand.
„Möchtest du etwas trinken?“
„Ein Glas Wasser wäre göttlich.“ Durst verspürt Toni zwar nicht, aber sie hat gelernt, dass sie dieser Frau Zeit lassen muss, um sie mit ihrer Nähe nicht zu überfordern. Sie gleich an der Tür zu überfallen, zu Boden zu ziehen und es zu treiben wie verhungerte Tiere, ist zwar eine verlockende Aussicht, mit Karina aber noch nicht durchführbar. Während diese in der Küche verschwindet, ruft Toni sich zurück ins Gedächtnis, was sie über sie weiß. Nicht viel. Karina ist geschieden, alleinerziehend und ein wenig verklemmt. Möglicherweise ist sie letzteres nur in Tonis Gegenwart.
Karina kehrt mit einem Glas zurück. Als sie sich dazu durchrang, die hübsche Studentin anzuschreiben,
schwitzte sie Blut und die Tasten ihres PCs klebten förmlich an ihren Fingern, aber es nützte ja nichts, ihre
Fantasie wuchs ihr zum Kopf hinaus, wenn sie länger so tat, als gäbe es sie nicht. Sie fühlte, dass sie etwas
Verbotenes vorhatte, etwas, für das sie sich vor ihren Bekannten würde rechtfertigen müssen. Doch niemand erfuhrt davon, dass sie sich in schwülen Nächten, die Hand zwischen den Beinen, volle Brüste und suchende Zungen anstatt Brustbehaarung und erigierte Penisse vorstellte, wie jede normale Frau es ihrer Vorstellung nach sollte. Niemand kam, sie dafür zu bestrafen. Und nun steht Toni bereits zum zweiten Mal in ihrem Flur, das Wasserglas an den Lippen, die Augen halb geschlossen, die nackte Kehle entblößt. Ihre Schönheit ist unscheinbar, da sie sich keine Mühe gibt, sie zu betonen. Dennoch zittern Karina in ihrer Gegenwart die Knie.
Tonis Gesten wohnt eine tiefe Selbstverständlichkeit inne. Mit einem Augenaufschlag stößt sie Karinas Zweifel beiseite, als wolle sie sagen: „Du brauchst dich vor mir nicht zu verstecken. Ich bin hier, weil du mich begehrst. Wir brauchen keine Umwege, um dorthin zu gelangen, wohin es uns beide drängt.“ Sie stellt das Glas auf dem Boden ab, gibt Karina keine Gelegenheit, sich noch einmal zurückzuziehen. Ihre Hände ergreifen den Saum ihres Pullovers und ziehen ihn sich über den Kopf.
Darunter trägt sie nichts außer einem Bustier aus schwarzer Wimpernspitze.
Demütig schließt Karina die Augen und lässt die Luft aus ihren Lungen entweichen. Toni tritt an sie heran, ihre festen, kleinen Brüste berühren Karinas Rippen. Sie lassen den Takt ihres Atems sich angleichen, bis Karina es wagt, ihre Hände auf die Wimpernspitze zu legen.
Alles an Toni ist zierlicher und jünger. Es kommt ihr vor, als habe dieses Mädchen eine neue Form von
Weiblichkeit erfunden, eine sonderbare Ästhetik, derer sie sich nicht entziehen kann.
Toni öffnet Karinas Bluse und arbeitet sich unter den Schichten T-Shirt, Unterhemd, BH hindurch.
„Warte. Lass uns ins Schlafzimmer gehen“, flüstert Karina. Dort sind die Jalousien zugezogen, die gebügelte Tagesdecke vorsorglich zurückgeschlagen. Toni knipst das Licht an. „Das… können wir ausgeschaltet lassen“, druckst Karina.
„Ich würde dich gern anschauen.“
„N-nein.“
Ohne auf ihren Einwand zu achten, schlüpft Toni aus ihrer Hose. „Dann magst du mich nicht ansehen?“
„Doch. Aber…“ Bevor Karina ihr klarmachen kann, dass sie sich hässlich fühlt, dass ihr Bauch schlaff und ihre Brustwarzen durch das Stillen zu dunklen Murmeln geworden sind, verschließt Toni ihr den Mund mit einem Kuss. Beim letzten Mal hat die Dunkelheit ihr geholfen, ihre Hemmungen fallen zu lassen, doch diesmal gestattet ihr Toni nicht, sich darin zu verstecken. Sie befreit Karina von ihren Kleidern und ermutigt sie, ihr Slip und Bralette abzustreifen. „Du bist genau so, wie du sein sollst“, flüstert sie.
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]]>Wenn Du das Bedürfnis hast, so richtig auf Deine Ex- oder unerreichte Traumfrau zu schimpfen, dann schnapp Dir Deine beste Freundin, schließ die Tür und raus damit! Gemeinsam mit einer Vertrauten kannst Du Dich austoben, bis es Dir besser geht.
Vor allen anderen haben Hasstiraden aber nichts zu suchen. Erstens wirst Du damit keine Besserung Deiner Situation herbeiführen, sondern alles verkomplizieren, da Dein Liebeskummer langfristig das Thema Nummer 1 bleiben wird. Im schlimmsten Fall setzt Du Freundschaften aufs Spiel, indem Du gemeinsame Freunde zwingst, entweder für Dich oder „sie“ Partei zu ergreifen. Eine freundschaftliche Beziehung zu Deiner Angebeteten kannst Du dann sowieso knicken. Außerdem ist ein geifernder Drache kein angenehmer Zeitgenosse…
Ein Sprichwort besagt, dass sich auf toten Pferden nicht reiten lässt. Vorbei ist vorbei. Nein heißt auch übermorgen noch Nein. Sich unnötige Hoffnungen zu machen, ist für keinen von Euch beiden angenehm. Der erste Schritt zur Heilung von Liebeskummer ist, zu akzeptieren, dass Schluss ist. Gefühle lassen sich nicht erzwingen, Du kannst niemanden dazu bringen, Dich zu lieben, und das ist auch gut so.
Hilft nie. Solange Du gedanklich noch bei der Anderen festhängst, wirst Du Dich auf die Neue nicht so einlassen können, wie es für eine erfüllende Begegnung notwendig wäre. Außerdem hat niemand es verdient, als Lückenfüller missbraucht oder ständig mit „ihr“ verglichen zu werden.
Du kennst das. Du hörst Dir den gleichen Song wieder und wieder an, der Berg vollgeweinter Taschentücher wächst, Du badest in Erinnerungen und am liebsten würdest Du zerfließen. Na? Fühlst Du Dich besser? Wenn nicht, solltest Du unbedingt damit aufhören! Hör Dir nur noch Musik an, die Dich aufrichtet und bestärkt.
Es gibt eine Menge Varianten, wie Schreiben Dir helfen kann, Liebeskummer zu überwinden. Schreib einen Brief an „sie“ oder, noch besser, an Dich selbst! Wichtig ist, dass Du Dich schon vor dem Schreiben darauf festlegst, Deinen Brief NIEMALS abzuschicken. Eine Woche später würdest Du das bitter bereuen. Was da drin steht, geht nur Dich etwas an. Vielleicht erhälst Du dadurch hilfreiche Erkenntnisse über Dich, Deine Ängste und Bedürfnisse.
Du kannst sogar ein kleines Ritual daraus machen. Schreib auf, was immer Dich belastet. Und dann verbrenn den Wisch. Feierlich bei einem Glas Wein über einer Kerze. Oder während Du nackt um ein Lagerfeuer tanzt – völlig egal. Hinterher wird es Dir besser gehen.
Gemeinsame Fotos? Hinfort, in den hinterletzten Schuhkarton. Oder gleich in den Papierkorb. Was immer Dich an „sie“ erinnert und Dich traurig macht, muss zuerst mal raus aus Deinem Sichtfeld. Später, wenn es Dir wieder besser geht, kannst Du ganz rational aussortieren.
Es ist befreiend, die Wohnung umzudekorieren, andere Eindrücke zu schaffen und neue Farben in Dein Leben zu lassen. Das wird Dir helfen, nach vorn zu sehen und das Leben wieder (selbst)bewusst in die Hand zu nehmen.
Bewegung an der frischen Luft sorgt für klare Gedanken und Glückshormone, die Du jetzt gut gebrauchen kannst. Und es bleibt das erbauende Gefühl, sich selbst etwas Gutes getan zu haben.
Gutes, gesundes Essen ist nicht nur Wellness für Leib und Seele, es lenkt Dich auch von trübsinnigen Gedanken ab. Du kannst Freunde einladen, es tut aber ebenso gut, für sich allein einzukaufen und zu kochen. Hab keine Scheu, die Speisen anzurichten, als serviertest Du sie in einem Sternerestaurant – nur für Dich. So ein Akt von Selbstwertschätzung ist ein wirksames Mittel gegen Liebeskummer und die damit verbundenen Komplexe.
Am besten, Du probierst ein Rezept, das fern Deiner Gewohnheiten liegt. (Hast Du zum Beispiel schon Mal eine vegane Seidentofu-Schokoladen-Moussee gemacht? Yummy!)
Ausgehen, neue Bekanntschaften knüpfen, was mit Freunden unternehmen. Mag sein, dass dies das Letzte ist, worauf Du gerade Lust hast. Lass Dich trotzdem dazu überreden. Es ist nicht nur eine willkommene Ablenkung, Du wirst Dich außerdem lebendiger fühlen, wenn Du spürst, dass es da noch mehr Menschen gibt als „sie“ und Dich. Probleme, die viel größer sind als Deine. Wunderbare Dinge, Begegnungen, Erlebnisse, die das Leben viel zu schön machen, um es sich von Liebeskummer grau malen zu lassen.
Einfach raus. Den Kopf frei bekommen, Erholung finden an einem Ort, fern von allem was Dich an „sie“ erinnert. Reisen vereint viele Vorzüge – Du übernimmst Verantwortung für Dich, folgst Deinen eigenen Bedürfnissen und bist viel zu beschäftigt, um Dir über etwas wie Liebeskummer den Kopf zu zerbrechen. Es gibt einen Ort, den Du schon lang sehen wolltest? Eine Kultur, die Dich ewig fasziniert? Dann ist jetzt der beste Zeitpunkt, Dich auf Die Socken zu machen.
Wenn eine Karibikkreuzfahrt gerade nicht im Budget liegt, kannst Du Verwandte oder Freunde besuchen, die weit entfernt leben. Das hat den angenehmen Nebeneffekt, dass Du von vertrauten Menschen umgeben bist, die Du sonst viel zu selten siehst.
Ablenkung vom eigenen Leid ist fürs Erste gut. Damit Wunden heilen können, braucht es Zeit, in der Du sie möglichst wenig berührst.
Viel sinnvoller ist es aber, eine Immunität gegen Liebeskummer und Eifersucht zu entwickeln. Selbstbewusstsein und -liebe sind die wirksamsten Antikörper. Der Schmerz nährt sich oft aus dem Gefühl, nicht geliebt zu werden, ersetzbar oder nicht gut genug zu sein. Wenn Du ehrlich bist, haben Dich Verlustängste vielleicht schon lange vor der Trennung von Deiner Partnerin geplagt. Umso schwerer ist es jetzt, damit fertig zu werden.
Solange Du den Grund für Deine Misere in „ihr“ siehst, kannst Du nichts dagegen tun. Nur warten, bis es nachlässt. Denn einen anderen Menschen ändern, damit es Dir besser geht – das funktioniert nicht.
Wenn Du Selbstsicherheit und Stabilität möchtest, verabschiede Dich von Deinen Ängsten. Anstatt die Erfüllung Deiner Wünsche bei anderen zu suchen, musst Du zuerst Dein bester Partner werden. Suchst Du die Bestätigung, liebenswert zu sein, ständig bei Anderen, wirst Du immer wieder enttäuscht werden und kannst Dir diesen Artikel als To Do Liste über’s Bett hängen.
Die Liebe, die Du in Dir hast, kann Dir keiner nehmen. An den Wert, den Du Dir selbst beimisst, kann niemand sonst Bedingungen stellen. Das ist das ganze Geheimnis.
Was du aus Liebschaften lernen kannst.
Welche Tipps hast DU gegen Liebeskummer auf Lager? Wann warst Du das letzte Mal unglücklich verliebt? Wir sind gespannt auf Deinen Erfahrungsschatz!
]]>Anfang Dezember 2015 erreichte die Redaktion via Facebook die Bitte, einen Post für das „Projekt Liebe“ abzusetzen. Die Produktionsfirma suchte dringend nach einem Frauenpärchen, das sich im Schweizer Fernsehen (SRF) portraitieren lässt und offen über Liebe und/ oder Sexualität spricht. Chantal teilte den Post auf unserer Facebook-Seite. Ich schaute ihn mir an und verwarf den Gedanken, dort mitzumachen, gleich wieder. Warum? Weil meine Freundin es hasst, im Mittelpunkt zu stehen. Außerdem ist sie willentlich nicht überall geoutet – ich übrigens auch nicht.
Als hätte Chantal meine Gedankenblitze gehört, schrieb sie mir ein paar Tage später „Hey, du bist eine Schweizer Lesbe mit Freundin! Melde dich doch!“. Bevor ich Chantal einfach antwortete, meine Freundin sei zu schüchtern dafür, schickte ich meiner Liebsten den Aufruf mit der Frage, ob sie dort mit mir mitmachen würde. Ihre Antwort kam prompt: „Mit dir mache ich überall mit“. Ich war geschockt. Damit hatte ich als Letztes gerechnet. Da zeigte sich meine Liebste gerade von einer ganz neuen Seite!
Nun ja, da ich in meinen Texten dazu aufrufe, sich in der Öffentlichkeit so zu zeigen, wie man ist – also lesbisch -, sollte ich mit mir selbst auch konsequent sein. In einer Doku des SRF aufzutreten, ist so ziemlich die beste Plattform, um der Schweiz zu zeigen, dass es feminine Lesben gibt. Ich muss gestehen, der Gedanke, mich im Fernsehen sichtbar zu machen, erfüllte mich ungefähr mit so viel Schaudern, wie damals, als ich mich vor meiner Familie geoutet habe. Aber da meine sonst so schüchterne Freundin mit dem Auftritt im Fernsehen einverstanden war, hatte ich keine Ausrede mehr. Ich griff zum Handy und rief die Dame von der Produktionsfirma an. Diese war super nett, erklärte mir kurz, worum es in der Doku gehe und bat mich um ein Foto von meiner Freundin und mir. Ich schickte ihr ein süßes Urlaubsfoto von uns beiden (Self-Marketing muss auch sein) und bereits drei Tage später erhielten wir Besuch vom Produzenten. Er erklärte uns den Aufbau und die Themen, um die die Doku sich drehen würde. Er wollte von uns wissen, wie wir uns kennenlernten, wie die Frauen so seien und warum Sex mit Frauen besser sei, als mit Männern. Er nahm einige unser Geschichten mit dem Handy auf und machte sich dann mit dem kleinen Video auf den Weg zum Schweizer Fernsehen. Dort wurde darüber entschieden, ob wir im Cast dabei sind oder nicht.
Beinahe wäre der Dreh mit uns überhaupt nicht zustande gekommen. Der Produzent mailte mir bereits eine Woche nach seinem Besuch, dass wir dabei wären. Ich habe diese Mail nie erhalten. Da uns das Konzept der Doku aber wirklich gefallen hatte, fragte ich Anfang Januar selbst nach. Die Produktionsfirma war erleichtert, von uns zu hören. Sie dachten schon, wir hätten kalte Füße bekommen. Zwei Mails und ein Telefonat später stand der erste Drehtag bei uns Zuhause fest: Der 30. Januar 2016.
Eine Sex-Sendung?!
Irgendwann im März kam die Medienmitteilung, in der die Sendung offiziell angekündigt wurde. Ich entdeckte sie per Zufall auf einem Newsportal. Als ich meiner Freundin den Link mailte, bekam ich einen Link zur Schweizer Boulevard-Tageszeitung „Blick“ zurück. „Nydecker kriegt Sex-Sendung!“ hieß es da. Ich kriegte einen Herzinfarkt und Atemnot. Nydecker ist der Familienname der Moderatorin, die uns interviewte. Aber auch ich war not amused, eventuell mit einem solchen Titel in Zusammenhang gebracht zu werden. Glücklicherweise berichteten alle anderen Medien schön sachlich. Der Blick übrigens auch. Halt nur nicht im Titel. Aber wer Blick kennt, kennt auch die Art der Schlagzeile. Immer schön reißerisch, damit es die Leserschaft auch ja nicht übersieht.
Aller Anfang ist schwer…
Die Woche vor dem Dreh war wohl die Schlechteste, die wir als Paar bisher hatten. Ein Termin reihte sich an den anderen, meine Freundin rannte von der Arbeit ins Training und nach Hause. Dazwischen quetschte sie noch einige Treffen mit Freunden, den Haushalt (den wir damals noch getrennt führten) und irgendwo war dann noch etwas Platz für mich. Ich arbeitete ebenfalls viel, versuchte, meiner Freundin den Rücken frei zu halten und fühlte mich von ihr schrecklich vernachlässigt.
Am Abend vor dem Dreh platzte mir der Kragen. Ich hatte so was von keinen Bock darauf, über unsere Beziehung zu plaudern und einen auf verliebt zu machen. Meine Freundin versprach, dass sie etwas kürzer trete und wir wieder mehr Zeit zu zweit haben würden. Meine schlechte Stimmung hielt dennoch bis zum Morgen an und ich wünschte, der Dreh würde einfach abgesagt. Wurde er aber nicht. Deshalb standen wir morgens um acht Uhr auf und legten uns in Sachen Styling ins Zeug. Ich föhnte meine roten Haare eine gefühlte Stunde über die Rundbürste, damit sie so richtig schön glänzen und mein Gesicht umrahmen. Ich legte dezentes Augen-Makeup und pinken Lippenstift auf und zog meine neue, beige Hose und ein weisses Top an. Meine Freundin fummelte mindestens ebensolange an ihrer frechen Kurzhaarfrisur rum und betonte ihre Rehaugen mit einem soften Lidschatten. Auf meinen Wunsch hin trug sie das türkisfarbene Shirt, das ihr so unglaublich gut steht.
Making Of: was es alles braucht für 20 Minuten Filmbeitrag
Um halb zwölf fuhr der Produzent mit Tontechniker, Kameramann und Moderatorin bei uns vor. Sie richteten alles ein. Das war eine Menge. Technik faszinierte mich schon immer und so bestaunte ich Kameras, Mikrofone, Licht, Ton und alles was sonst noch dazu gehört. Dabei vergaß ich sogar meine schlechte Laune. Ungefähr nach einer Stunde war alles bereit und wir konnten beginnen, die Portraits von uns aufzunehmen. Dazu mussten wir nichts erzählen, sondern etwas machen. Bei der Sendung würde dann eine Stimme aus dem Off ein paar Worte über uns sagen, wurden wir aufgeklärt.
Sie wollten uns bei einem Hobby oder einer beruflichen Tätigkeit filmen. Da auf dem Laptop tippen nicht super interessant ist und es zum Motorradfahren definitiv zu kalt war, wurde ich beim Backen gefilmt. Toll, Barbara die Hausfrau. Gefiel mir überhaupt nicht. Aber eine bessere Idee hatte ich auch nicht.
Meine Güte! Bis diese ca. 3 Minuten Film im Kasten waren! Ich habe gefühlte 20 Cupcake-Hauben aufgespritzt. Ich musste jedes Mal an genau der selben Stelle beginnen, mich gleich bewegen und durfte keinen Ton von mir geben. Irgendwann hab ich eine so gigantische Haube gespritzt, dass die ganze Truppe in schallendes Gelächter ausbrach. Danach konnte ich meine Schürze zum Glück ausziehen und die Filmerei ging bei meiner Freundin im Büro weiter. Sie ist Goldschmiedin und hatte ein Schmuckstück mit nach Hause gebracht, das sie nun bearbeiten konnte.
Währenddessen hatte ich Zeit, mich mit Eva, der Moderatorin, zu unterhalten. Eine Frau, die weiß, wie man so auf Menschen zugeht, dass sie sich sofort öffnen. Ich schenkte ihr innert kürzester Zeit mein Vertrauen. Das führte dazu, dass ich im anschließenden Gespräch Dinge erzählte, die ich so vielleicht nicht unbedingt der ganzen Schweiz hätte mitteilen wollen. Naja, was soll’s. Wissen nun halt alle, dass wir unsere Toysammlung laufend am Aufstocken sind und mal zusammen einen Dark Room besuchen wollen.
Nachdem die Portraits gedreht und alles für das anschließende Gespräch eingerichtet war, gingen wir zum Mittagessen. Das gab uns die Gelegenheit, die Crew etwas näher kennenzulernen. Wir mochten die Jungs und Eva auf Anhieb. Wir hatten zuvor noch nie mit Leuten aus dem Showbiz zu tun und so war es spannend zu erfahren, wie Sendungen oder Übertragungen organisiert werden, warum fast alle beim SRF Kettenraucher oder haufenweise Männer beim Schweizer Fernsehen schwul sind.
Zurück zu Hause ging es mit dem Dreh des Gesprächs los. Die Situation war nicht wirklich gemütlich: Einen halben Meter vor uns blendete eine Lampe in unsere Gesichter, die Moderatorin saß einen Meter vor uns und war zwischen zwei Kameras eingeklemmt. In die Kameras zu gucken, war streng verboten. Die Zuschauer würden es als unangenehm empfinden, erklärte uns der Kameramann.
Wie viel wollen wir den Zuschauer_innen von uns preisgeben?
Eva, die Moderatorin, begann mit den Fragen. Mir fiel auf, dass ich fast bei jeder Antwort erst meine Freundin anschaue, weil ich mir nicht sicher war, wie viel ich erzählen soll. Unsere Kennenlernstory ist total lustig. Meine Freundin hat so ziemlich alles gemacht, was man NIE bei einem ersten Date tun soll. Das wollten sie natürlich unbedingt in der Sendung haben. Die Tatsache, dass ich erst seit drei Jahren offen lesbisch lebe und vorher ziemlich viel mit ziemlich vielen Männern geschlafen habe, war natürlich auch ein ebenso gefundenes Fressen für das SRF. Sowieso sind meine Freundin und ich was Liebe & Sex angeht ziemlich verschieden. Das heißt, eigentlich nur in dem Punkt, dass für mich Sex auch ohne Liebe problemlos möglich ist und für sie gar nicht. Wir erzählten, weshalb wir rasierte Intimbereiche mögen und dass wir gerne Toys einsetzen. Wir sprachen vom Heiraten, vom Outing im Job und bei der Familie und über das Lesbischsein im Allgemeinen.
Nach 90 Minute waren wir mit dem Gespräch durch, es war Abend geworden. Die Crew baute die ganze Technik wieder ab und wir aßen noch meine Cupcakes auf. Aus dem achtstündigen Drehtag würden ungefähr 20 Minuten Filmbeitrag werden, erklärte uns der Produzent. Zum Hauptbeitrag über uns kämen noch kurze Sequenzen aus dem Wohnwagen. Obwohl es in der Doku so aussieht, als wären wir erst im Wohnwagen gewesen und erst danach bei uns zu Hause, wurden die Beiträge tatsächlich in umgekehrter Reihenfolge gedreht.
Im Fernsehstudio: Barbara’n Christa Superstar
Fast zwei Monate zogen ins Land, bevor wir uns auf den Weg ins Fernsehstudio nach Zürich-Leutschenbach machten. Meine Freundin begann bestimmt schon eine Woche vor dem Termin, über das Outfit zu sinnieren. Ich war mir noch am Abend zuvor nicht sicher, was ich tragen wollte. Am Morgen lief dann alles etwas anders, als geplant: Ich hatte vergessen, den Wecker zu stellen. Zufälligerweise wachte ich 30 Minuten bevor wir das Haus verlassen mussten auf. Ich weckte meine Freundin sanft. Boah, so schnell war diese Morgenmuffeline zuvor noch nie aufgestanden! Wir stürzten uns in die Klamotten und rannten ohne Frühstück aus dem Haus. Glücklicherweise wurden wir im Studio geschminkt und so mussten wir uns zuvor nur die Haare richten. Während meine Freundin in der Regel eine Stunde braucht, um aufzustehen, sich anzuziehen, zu frisieren, zu frühstücken und das Haus zu verlassen, schafften wir es tatsächlich, in 30 Minuten geduscht, angezogen und frisiert zu sein. Das Frühstücken holten wir im Zug von Bern nach Zürich nach.
In Zürich angekommen, wurden wir von der Produktionsassistentin durch das Labyrinth des Fernsehstudios geführt. Es ging zur Tür rein und dann links. Dann rechts, Treppe runter, durch die nächste Tür, Treppe rauf, wieder links, wieder ’ne Tür und noch ein paar Treppen rauf und runter. Ein Wunder, dass es dort noch keine Vermissten gab.
Wir kamen in die Maske und ich fühlte mich wie ein Superstar. Da wurde gepudert und getüpfelt, gehighlightet und kaschiert. Am Schluss hatte ich Babyhaut ohne störende Äderchen und Augenringe, dafür mit einem hammermäßigen Lidstrich. Meine Freundin betonte sicher drei Mal, dass sie nicht wie ein Malkasten aussehen wolle und bekam darum nur eine Grundierung sowie ein wenig Lidstrich. An ihrer Frisur fummelte die Visagistin auch herum. Ich konnte mir ein Grinsen fast nicht verkneifen, denn meine Freundin HASST es, wenn sich jemand an ihren Haaren zu schaffen macht. Sie überlebten es beide.
Neben uns wurde übrigens gerade die Tagesschausprecherin geschminkt. Wir erkannten sie ohne Makeup und in Straßenkleidung nicht. Was Schminke und Outfit nicht alles verändern…
Erst von Samt und Pink erdrückt, dann live dabei bei der Tagesschau
Nach der Schminkerei wurden wir in das eigentliche Fernsehstudio geführt. Ungefähr die Hälfte der Crew kannten wir schon und wurden herzlich von ihnen begrüßt. Es war wie ein Wiedersehen unter Freunden, ein tolles Gefühl. Der Produktionsleiter (offensichtlich schwul) stellte uns die Co-Produktionsleiterin vor. Meine Freundin und ich vermuteten, dass auch sie auf Frauen steht. Das war korrekt, wie sich später herausstellte.
Wir wurden verkabelt, was bei meiner Seidenbluse nicht so einfach war; das Mikrofon konnte kaum befestigt werden. Der zweite Tontechniker wollte mir gerade unter die Bluse fassen, als meine Freundin ihn wohl etwas kritisch anschaute. Er outete sich sogleich als schwul und ich kriegte einen Lachanfall. Irgendwann waren wir dann verkabelt und quetschten uns in den engen Wohnwagen. So was Kitschiges habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Plüsch und Samt, Champagner, Haribo und sorgar für eine Prinzessin wie mich zu viel Pink. Einen Meter vor unserem Gesicht saß wieder die Moderatorin, eingequetscht zwischen den Kameras. Aber das kannten wir ja bereits. Wir bekamen zum ersten Mal einen Teil der Sendung zu sehen. Dort erfuhren wir ein paar Facts aus dem Liebesleben der Schweizer_innen und wurden dazu befragt. Ungefähr nach 15 Minuten waren wir durch. Wir quetschten uns wieder aus dem Wohnwagen und wurden zum Mittagessen eingeladen. Dort lernten wir noch ein paar andere Protagonistinnen und Protagonisten kennen. Die kannten sich bereits aus dem Tantra. Interessant, was die so machen… vielleicht bilde ich mich da mal weiter… *räusper*
Irgendwie wurden wir Bernerinnen in Zürich gemocht. Nach dem Essen opferten ein Paar der Crew ihre restliche Mittagspause und zeigten uns einige Studios, in denen die bekanntesten Sendungen des SRF gedreht werden. Dann durften wir noch bei der Livesendung der Tagesschau dabei sein (wo wir dann eben die Blonde aus der Maske wiedererkannten). Nach drei Stunden war unser Ausflug im Fernsehstudio zu Ende. Wir verabschiedeten uns von den Menschen, die wir an den zwei Drehtagen richtig lieb gewonnen hatten. Man sieht sich immer zwei Mal im Leben, besagt ein Sprichwort. Wir hätten nichts dagegen, mit der Crew nochmals was auf die Beine zu stellen oder auch einfach nur mal ein Bier zu trinken.
Das Warten auf Tag X
Meine Freundin erzählte engen Freunden vom Besuch des Fernsehens. Ich erzählte es nur meiner besten Freundin und engsten Arbeitskollegen. Ich war supernervös, beim Gedanken, über was ich alles gesprochen habe und dass das im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt wird. Seit letztem Freitag läuft der Trailer zur besten Sendezeit. Wir sind darin zwei Mal zu sehen und wurden schon von verschiedener Seite darauf angesprochen. Wir sind gespannt, wie viele die Sendung dann tatsächlich schauen und ob wir Feedback dazu kriegen. Schweizer sind in der Regel eher zurückhaltend – vielleicht gar etwas verklemmt? Wir lassen uns überraschen.
Sendedaten:
Teil 1: Donnerstag, 19. Mai 2016, 22.25 Uhr
Teil 2: Donnerstag, 26. Mai 2016, 22.25 Uhr
Teil 3: Donnerstag, 2. Juni 2016, 22.25 Uhr
Die Serie wird auf SRF 1 ausgestrahlt und kann auch über das Internet geschaut werden: Liebesleben – Im Bett mit Herr und Frau Schweizer
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