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Endlich gibt es repräsentative Zahlen, die das Ausmaß und auch die Hintergründe von Gewalt gegen Lesben ansatzweise greifbar machen.
Die EuroCentralAsian Lesbian Community hat Daten und Fakten zusammengetragen, die von 50 verschiedenen LGBTIQ-Vereinigungen zwischen 2019 und 2022 gesammelt wurden. Zusätzlich dazu wurde unter EL*C Mitgliedern eine Umfrage durchgeführt. Das Ergebnis soll einerseits die Verbreitung lesbenfeindlicher Straftaten abbilden. Darüber hinaus werden auch der Zugang zu Hilfsangeboten, das Verhalten der Justiz und die Einstellung der Gesellschaft gegenüber Lesben untersucht.
Hier geht’s zum vollständigen Observatory of Lesbophobia. Die Kernaussagen fassen wir für dich in diesem Artikel zusammen.
Die EuroCentralAsian Lesbian Community, abgekürzt EL*C, ist ein Netzwerk lesbischer Feministinnen in Europa und Zentralasien. 2017 entstand die EL*C als selbstorganisierter Raum, um den Bedürfnissen von Lesben in Bezug auf Rechte, Sichtbarkeit und Wohlbefinden gerecht zu werden.
Hintergrund: Auf der ILGA Europe-Konferenz 2016 in Zypern fand erstmals seit Jahren ein spezifischer Workshop für Lesben statt. Über 70 lesbische Aktivistinnen aus ganz Europa kamen zusammen und erkannten, dass es trotz vieler Unterschiede in den europäischen Lesbenbewegungen einen gemeinsamen Bedarf gibt, sich auf die Bedürfnisse und die überall präsente Unterdrückung von Lesben zu konzentrieren, ihre Sichtbarkeit zu stärken und Netzwerke auszubauen.
„EL*C verwendet den Begriff ‚lesbisch‘ für cis-, trans- und intersexuelle Frauen sowie für nicht-binäre Personen, die sich selbst als lesbisch, bisexuell und queer bezeichnen.“
Observatory of Lesbophobia 2019-2022, Seite 3
Im Observatory of Lesbophobia werden 3 soziale Faktoren genannt, die besonderen Nährboden für Hass gegen Lesben bieten:
1 – Lesben brechen mit der heteronormativen Auffassung von „weiblichen“ und „männlichen“ Geschlechterrollen.
2 – Die weibliche Sexualität wird von Männern in vielen Bereichen objektifiziert und vereinnahmt. Lesben entsprechen nicht der Erwartung, für Männer „verfügbar“ zu sein.
3 – Durch ihre sexuelle Orientierung fordern Lesben die Gesellschaft heraus, weit verbreitete Tabus zu hinterfragen.
Die Informationen, die im Observatory of Lesbophobia analysiert und interpretiert werden, stammen von lokalen Mitgliedsorganisationen der EL*C aus Italien, Bulgarien, Portugal, Serbien, Kasachstan, Spanien, der Ukraine, Belgien, Ungarn, Frankreich, Rumänien, Russland, Deutschland und Luxemburg.
Nicht nur allgemeine Daten wurden erfasst, sondern auch einzelne Vorfälle, die in den Medien publik gemacht oder dem EL*C Netzwerk gemeldet wurden. Eine Liste dieser Fälle ist dem Report beigefügt und macht die geneigte Leserin mitunter sehr betroffen.
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40% der Anfeindungen, die im Observatory ob Lesbophobia erfasst werden, kamen an öffentlichen Orten vor. Von den Opfern, die Lesbenfeindlichkeit in der Öffentlichkeit erleben mussten, waren 68% als Paar unterwegs.
In vielen Fällen kam es zu gewaltsamen Attacken, nachdem die Betroffenen sich trotz Aufforderung geweigert hatten, sich vor Männern zu küssen, sie zusehen oder „mitmachen“ zu lassen.
Zudem wurden mehrere Lesben angegriffen, weil ihre Kleidung und ihr Ausdruck als „zu männlich“ wahrgenommen wurden. Anscheinend wollten die Täter ihr Revier markieren, indem sie sich darauf beriefen, dass Frauen, „die wie Männer aussehen, auch wie Männer kämpfen“ sollten.
Covid-19 hat die Situation potenziell verschärft, weil an öffentlichen Orten weniger Menschen, die Gewalttaten hätten bezeugen oder verhindern können, unterwegs waren. Das könnte die Hemmschwelle von Aggressor:innen, Frauen an öffentlichen Orten anzugreifen, weiter gesenkt haben.
Personen, die an Demonstrationen teilnehmen und öffentlich für LGBTIQ-Rechte eintreten, werden ebenfalls häufiger Opfer von verbalen und handgreiflichen Angriffen. Die gezielte Gewalt gegen Aktivist:innen wird häufig von rechten Gruppierungen geplant und verübt.
Gewalttaten durch Familienmitglieder oder (Ex-)Partner werden laut EL*C häufig mit dem Ziel verübt, die Familienehre wiederherzustellen, die durch die lesbische Frau „beschmutzt“ worden sei.
Beispiel gefällig? In Italien wurde eine Frau von ihrem Bruder bei einem Verkehrsunfall getötet. Er habe ihr „eine Lektion erteilen“ wollen, weil sie von ihrem Trans-Partner „infiziert“ worden sei.
In Italien wurde 2019 ein Fall bekannt, in dem ein lesbisches Mädchen zwei Jahre lang von seiner Familie gefangen gehalten und durch den Vater sexuell missbraucht worden war, mit dem Ziel, ihre sexuelle Neigung zu „korrigieren“.
Eine Studie aus Frankreich zeigte 2020, dass junge queere Mädchen doppelt so häufig von Gewalt betroffen sind wie queere Jungs, und dreimal häufiger als heterosexuelle Mädchen.
Verbrechen, die lesbische Frauen von ihren eigenen Familien erdulden müssen, sind unter anderem Beleidigungen, Freiheitsberaubung, körperliche und sexuelle Gewalt, bis hin zu Ehrenmorden. Nicht wenige werden auch von ihren Familien verstoßen und dadurch obdachlos.
Auch in diesem Fall hat Covid-19 die Situation verschärft. Viele Frauen, insbesondere in der Altersgruppe unter 25 Jahren, waren gezwungen, zu ihrer Familie zurückzuziehen. Im Lockdown hat man schlechte Chancen, der allgegenwärtigen Feindseligkeit seiner eigenen Familienmitglieder zu entkommen. Die Anzahl der Gewalttaten gegenüber lesbischen jungen Frauen nahm in dieser Zeit deutlich zu.
Die EuroCentralAsian Lesbian Community schreibt dazu (übersetzt):
„Wie oben erläutert, ist ein wesentlicher Aspekt der Lesbenfeindlichkeit die weit verbreitete Überzeugung, dass Frauen, die keine sexuellen Beziehungen zu Männern eingehen, ‚krank‘ und ‚abnormal‘ seien und dass nur die Einbeziehung von Männern ein ‚gesundes‘ Sexualleben gewährleistet.“
Observatory of Lesbophobia 2019-2022, Seite 17
Weiter heißt es im Bericht:
„Aus diesem Grund scheinen Frauen, die nicht heterosexuell sind, besonders häufig sexuellen Formen von Gewalt ausgesetzt zu sein. In der LGBTI-Erhebung der FRA (2020) waren etwa 40 % der Fälle von Gewalt gegen lesbische und bisexuelle Frauen sexuelle Angriffe oder enthielten ein sexuelles Element, während diese Quote bei schwulen und bisexuellen Männern bei etwa 23 % liegt.
Observatory of Lesbophobia 2019-2022, Seite 17
In der FRA-Erhebung über Gewalt gegen Frauen (2015) berichteten 78 % der nicht-heterosexuellen Frauen über Fälle von sexueller Belästigung, verglichen mit 55 % der heterosexuellen Frauen. Folglich geht die ‚Heilung‘ oder ‚Korrektur‘ der sexuellen Orientierung einer Lesbe oft mit direkter sexueller Belästigung einher und nimmt in den schlimmsten Fällen die Form einer sogenannten ‚korrektiven‘ Vergewaltigung an.
Korrektive Vergewaltigung ist definiert als ein Hassverbrechen, bei dem eine oder mehrere Personen aufgrund ihrer wahrgenommenen sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität vergewaltigt werden.“
Datensätze, die in Österreich und Irland gesammelt wurden, zeigen, dass 28% der Lesben online Ziel von Hasskommentaren werden, die sich explizit gegen ihre sexuelle Identität richten.
Im Vergleich dazu: „Nur“ 10% der heterosexuellen Frauen scheinen davon betroffen zu sein.
Laut EL*C ist Online-Gewalt häufig ein Aspekt von gezielter Hetze, Diffamierung und Bedrohung, die sich auch offline durch sämtliche Lebensbereiche zieht. Frauen, die in der Öffentlichkeit stehen, wie zum Beispiel Journalistinnen, Politikerinnen und Influencerinnen, sind stärker gefährdet.
Unter allen Mitgliedern der LGBTIQ-Gemeinschaft weisen lesbische und bisexuelle Frauen die geringste Melderate von Belästigungen, körperlicher und sexueller Gewalt auf. Das bedeutet, sie zeigen die Straftaten, die ihnen widerfahren, nur selten an. Insbesondere in Ländern, in denen die Opfer fürchten müssen, von der Polizei stigmatisiert zu werden, ist die Dunkelziffer begangener Straftaten sehr hoch, weil sie nie zur Anzeige kommen.
Erschwerend hinzu kommt, dass Hasstaten gegen Lesben oft nicht als solche erkannt und, wenn überhaupt, mit einem geringeren Strafmaß geahndet werden, als angemessen wäre.
Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, dass sie das Rechtssystem in ihrer Region für voreingenommen halten und keine Hilfe oder Gerechtigkeit erwarten, sollten sie Opfer einer lesbenfeindlichen Straftat werden.
Die Umfrage ergab auch, dass die meisten Hilfs- und Betreuungsangebote für Opfer anscheinend nicht auf die spezifische Situation lesbischer Frauen ausgelegt sind.
„Sie [die Opfer, Anm. der Redaktion] beobachteten eine Tendenz, die Bedeutung der sexuellen Orientierung herunterzuspielen, wenn der Dienst auf die Unterstützung von weiblichen Opfern geschlechtsspezifischer Gewalt spezialisiert war, und umgekehrt die Rolle der Frauenfeindlichkeit bei der Gewalt herunterzuspielen, wenn der Dienst auf die Unterstützung von LGBTI-Personen spezialisiert war.“
Observatory of Lesbophobia 2019-2022, Seite 12
Das heißt: In den Augen der Gesellschaft ist die Identität lesbischer und bisexueller Frauen noch immer gespalten. Entweder werden wir als queer wahrgenommen oder als weiblich. Es ist aber wichtig, beide Eigenschaften miteinander in Einklang zu bringen. Häufig entspringen Gewalttaten nämlich sowohl einem misogynen als auch schwulenfeindlichen Motiv.
In den Medien wird laut EL*C Umfrage selten differenziert, ob ein Gewaltverbrechen sich gegen die sexuelle Identität des Opfers richtete. Bei der Berichterstattung konzentrieren Journalist:innen sich oft allgemein auf Gewalt gegen Frauen und lassen dabei außer Acht, ob eine homophobe Komponente mit im Spiel war. Für die breite Öffentlichkeit bleiben queere Opfer unsichtbar.
Schockierend: 72% gaben bei der Umfrage an, dass die Politiker:innen ihres Landes Hassreden gegen Frauen und Angehörige der LGBTIQ-Gemeinschaft vom Stapel lassen können, ohne dafür Konsequenzen fürchten zu müssen.
Wenn der öffentliche Tenor einerseits sexistisch und misogyn ist und sich dazu auch noch eindeutig gegen Diversity richtet, müssen wir uns nicht wundern, dass die Gewaltbereitschaft gegen lesbische Frauen ansteigt.
Wenn es in der Wahrnehmung der Gesellschaft keine Gewalt gegen queere Frauen gibt, wie sollen lesbische Opfer dann Hilfe und Gerechtigkeit bekommen?
Lesbische Trans-Menschen und Lesben mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung werden in Krankenhäusern und Arztpraxen häufiger Opfer von Diskriminierung und unangemessener Behandlung. Dementsprechend steigt das Misstrauen gegenüber medizinischem Personal und die Angst vor der Vorsorgeuntersuchung. Das führt dazu, dass Opfer seltener Hilfe in Anspruch nehmen und sogar notwendige Behandlungen ausschlagen.
In Deutschland berichteten viele Umfrageteilnehmer:innen, dass sie sich von ihrem Arzt oder ihrer Ärztin nicht ernstgenommen oder diskriminiert fühlten. Manche verweigerten ihren Patient:innen sogar die Untersuchung, nachdem diese ihre sexuelle Identität offengelegt hatten.
Ein weiteres Problem, auf das EL*C aufmerksam macht: Zwar wird Geschlechtsverstümmelung bei Mädchen als Straftat wahrgenommen, aber niemand spricht über die Folgen der Beschneidung bei lesbischen Frauen und Trans-Männern. Infolgedessen erfahren diese Betroffenen meist weniger bis keine psychologische und medizinische Hilfe.
Der EL*C Report untermauert, warum Sichtbarkeit und Akzeptanz für Lesben so wichtig und buchstäblich lebensrettend sind! Endlich haben wir halbwegs konkrete Zahlen, mit denen wir argumentieren können.
Eine wichtige Erkenntnis, die der Community schon längst klar sein dürfte, die aber auch Zweifler:innen endlich verstehen müssen: Gewalt gegen Lesben wurzelt tief in Frauenfeindlichkeit und Homophobie. Ja, auch cis-Menschen werden Opfer von Straftaten, aber die Motive dahinter unterscheiden sich. Dementsprechend müssten auch Präventions- und Hilfsmaßnahmen anders aussehen.
Was lernen wir noch daraus? Netzwerke sind wichtig! LGBTIQ-Vereinigungen, die trotz ihrer Meinungsverschiedenheiten eng zusammenarbeiten, ermöglichen den Austausch von Informationen und Hilfsangeboten. Ohne die EL*C als Dachorganisation wären die vorliegenden Zahlen wohl nicht zusammengetragen worden.
Anhand der Gemeinsamkeiten vieler Fälle lassen sich außerdem Rückschlüsse auf die Motive und Strategien der Täter:innen ziehen.
Zwar befasst der Report der EL*C sich nicht explizit mit der Fragestellung, wer die Täter:innen sind. Jedoch legen die Liste der Einzelfälle und die Schilderung häufig wiederkehrender Szenarien nahe, dass die Mehrheit der Straftaten von Männern begangen worden sein könnten. Es wäre sicher interessant, dieser Frage detaillierter nachzugehen.
Trotz der hervorragenden Arbeit der EL*C, ist der Report natürlich bei Weitem nicht vollständig. Er kann nur den Teil der Fälle von Lesbophobie abbilden, die von den Mitgliedern gemeldet oder in den Medien publik werden. Das sollte man bei der Interpretation des Observatory of Lesbophobia im Hinterkopf behalten.
So wurden beispielsweise aus Russland deutlich weniger Fälle gemeldet als aus Frankreich oder Italien. Das entspricht wahrscheinlich nicht der Wirklichkeit, sondern ist schlicht darauf zurückzuführen, dass die Berichterstattung der Medien einseitig ist, Betroffene aus Angst häufiger schweigen und die Organisationen in Russland weniger Kapazität für die Dokumentation haben als anderswo.
Der Bericht misst lediglich die Spitze des Eisbergs und lässt erahnen, wie hoch die Dunkelziffer tatsächlich sein könnte.
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]]>Wie aus Romona Ray wird
Alle Farben des Lebens – ein Film, der die Entwicklung des jungen Rays mit allen ihren Hindernissen, Konsequenzen und Chancen zu betrachten versucht. Ray, früher Ramona, entscheidet sich, einen wegweisenden Schritt zu gehen. Der Teenager, der mit seiner Mutter, und seiner Oma und deren Freundin ein Haus im großstädtischen New York bewohnt, möchte durch Hormontherapie weiter das männliche Geschlecht/Identität annehmen. Doch so gilt es einige Hürden zu meistern und Ray, (oder doch eher noch Ramona (?)), begibt sich auf die Suche nach seiner wahren Identität. Maggie, Mutter Rays Mutter, versucht Ray stets dabei zu unterstützen und springt dafür sogar über ihren eigenen Schatten.
Von der Enkelin zum Enkelsohn: Ein langer Weg
Rays Entschluss steht allemal felsenfest. Er möchte sein weibliches Geschlecht aufgeben und das männliche Geschlecht annehmen. Er ist sich sicher und bereit. Ray durchlebt einen Wandel und wird des Öfteren mit Konflikten konfrontiert oder auch Konfrontationen geprüft. Doch nicht nur von der Protagonisten selbst, sondern gerade auch von der im ersten Moment sehr offen und tolerant erscheinenden Großmutter ist ein Umdenken gefordert. Der Wandel in ihren Augen von Enkelin zu Enkelsohn ist in ihren Augen nicht gerade etwas Alltägliches. Jedoch vor allem der familiäre Aspekt und der Wille nach dem zum Fortbestehen Fortbestand der Patchwork-Familie, lassen alle Charaktere geradezu über sich hinauswachsen. Wird Ray seinen Weg gehen können? Was wird aus der Familie?
Der Film – knappe 90min voller Neuland und Anregungen
Schon die Ausgangssituation – Ray wächst ohne seinen Vater bei seiner Mum auf, im gleichen Haus mit der gleichgeschlechtlich liebenden Großmutter auf – stellt in gewisser Art und Weise Neuland dar. Doch würde das nicht schon reichen, werden im weiteren Verlauf der Handlung weitere Tabu-Türen geöffnet und so wird der Zuschauer mitgenommen auf eine Reise durch die verschiedensten Perspektiven und Positionen. Auch werden alle Teile der Gesellschaft mit einbezogen. So stellen Freizeit, Schule und auch die jeweiligen Familien, sowohl Rays Patchwork-Familie, als auch die „intakt“ erscheinende Familie seines Vaters, immer wieder alltägliche Berühr- und auch Konfliktpunkte dar.
Alle Farben des Lebens – wie viele Farben hat das Leben?
Der Wandel des sozialen Geschlechts mit all seinen Facetten und Farben ist Dreh- und Angelpunkt des humorvollen und unterhaltsamen Porträts einer etwas anderen Patchwork-Familie. Hier spielen nicht feste Geschlechterrollen und vorgefertigte Meinungen die Hauptrolle, sondern es geht um eben viel mehr. Liebe und Zusammenhalt charakterisieren machen das Erfolgsrezept der Familie aus. Es geht viel mehr um die Vielfalt und das Facettenreichtum des Lebens, als darum ein Individuum in ein vorgefertigtes Bild zu pressen.
Die Lehre – oder doch mehr als nur eine?
Ein Film, der in seinen 90 Minuten mit einer derartigen Vielfältigkeit facettenreichen Darstellung und einer großer Anschaulichkeit eines bis heute noch immer abstrakt erscheinenden Themas besticht. So werden vorgefertigte Bilder entweder nicht einmal aufgegriffen, oder im Laufe des Lichtspiels aufgeweicht. Vorurteile werden aus dem Weg geräumt und eine neue Definition von Familie vorgeschlagen bzw. wie sich Familie definieren kann wird propagiert. So geht es vielmehr um Zusammenhalt und die Liebe, als dass es um gemeinsame Werte und Einstellungen geht. Drei Generationen mit unterschiedlichen Auffassungen, Träumen und Ansichten vereint dieses Drama auf unnachahmliche Weise – so werden die unterschiedlichsten Positionen deutlich und der Zuschauer wird zum Nachdenken angeregt. Werden sich am Ende alle einig und jeder kann seinen Weg gehen?
Anregung ? Inspiration ? Fragen dahinter?
Der Film, der 2016 in den USA produziert wurde, spricht einige Themen an und regt bringt zum Nachdenken an. Beim Schauen des Films wird sich dem einen oder anderen Zuschauer schnell die Frage stellen, wie denn überhaupt männlich und weiblich definiert sind. Wird man als männlich (bzw. weiblich) allein durch den Stil definiert? Was ist denn überhaupt weiblich? Was ist männlich? Wer legt das fest? Was bin ich? …
Fazit
Der Film lehrt einander sich so zu akzeptieren, zu tolerieren, zu respektieren und zu lieben wie ein jeder von uns ist.
Wer Lust hat auf einen Film, der auf spielerische Art und Weise versucht Tabu -Themen aus unseren Köpfen zu entfernen und wer einfach mal aus dem Alltäglichen aussteigen und die Perspektive wechseln möchte – der sollte sich Alle Farben des Lebens (2016) definitiv ansehen.
Diese Fragen beantworte ich mir und euch in diesem Blog.
Termin und Ort: Donnerstag, 27. April bis Montag 1. Mai 2017 in San Antonio – Ibiza, Spanien
Location: Das Festival findet im Palladium Fiesta Hotel Tanit in San Antonio statt. Für den Anlass ist der ganze Hotelkomplex inklusive Freizeiteinrichtungen und Strandabschnitt reserviert.
Kosten: Tickets gibt’s ab ca. 350 Euro pro Person. Darin sind Übernachtungen, Mahlzeiten (all inclusive), Eintritt zu allen Parties und der Transport vom Flughafen zum Hotel und zurück inbegriffen. Es sind auch Tagestickets verfügbar.
Programm 2017: Velvet Ibiza promotet sich als „wildestes women only Wochenende“. Entsprechend gibt’s auf dem Programm Party, Party und nochmals Party. Da ich aber vor Kurzem privat in Ibiza im Urlaub war, kann ich garantieren, dass einem auch tagsüber nicht langweilig wird. Tipp 1: Auto mieten und rumfahren. Die Insel ist wunderhübsch und so klein, dass man in einem Tag problemlos einmal rund herum fahren kann. Tipp 2: Die Hauptstadt Eivissa (Ibiza-Stadt) müsst ihr euch unbedingt ansehen. Und den Sonnenuntergang bei den Drachenbergen (gleich in San Antonio). Tipp 3: für Abends lange Kleidung einpacken. Der Wind am Meer kann ziemlich auffrischen.
Rückblick letzte Festivals: Leider hat unser eigener Ibiza-Besuch in den vergangenen zwei Jahren knapp nicht geklappt. Gemäss den Organisatorinnen war das Festival seit seiner Lancierung jedoch immer ausverkauft. Ein gutes Zeichen! In den vergangenen Jahren fand das Festival in einem Hotel im Südosten der Insel statt. Rund herum gab es nicht viel. Dieses Jahr haben die Veranstalterinnen ein Hotel im Südwesten – in San Antonio reserviert. San Antonio ist nebst Ibiza Stadt DER Urlauberort und bietet entsprechend viele Freizeitmöglichkeiten.
L-Beach
Update vom 2.8.22: L-Beach gibt es nicht mehr, die Gründe gibt es hier.
Termin und Ort: Donnerstag, 11. Mai bis Sonntag, 14. Mai 2017 am Weissenhäuser Strand, Deutschland
Location: Das Festival findet im Ferien- und Freizeitpark Weissenhäuser Strand statt. Dort gibt es eine Bade- und Abentteuerlandschaft und direkten Strandzugang zur Ostsee. Auch die Übernachtung in einem der Bungalows (1 – 10 Personen) oder Hotelzimmer (1 – 3 Personen) ist direkt auf dem Gelände des Parks.
Kosten: Tickets gibt’s ab 155 Euro für alle Parties, Eintritt ins subtropische Badeparadies des Freizeitparks und die Übernachtungen. Es sind aber auch Tagestickets erhältlich.
Programm 2017: Nebst haufenweisen musikalischen und komödiantischen Live-Acts und den Parties am Abend bietet L-Beach eine tolle Auswahl an Workshops an: Beispielsweise Skaten, Shiatsu-Massage, Urban Gardening, Faszien und Bootcamp Training oder BDSM (Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism).
Rückblick letzte Festivals: Die L-Beach wurde schon von verschiedenen von unseren Schreiberinnen besucht. Ist ja klar, weshalb. Es gibt kein näheres und damit einfacher zu erreichendes und zu finanzierendes Festival für uns, als das in Deutschland. Lucia berichtete von Ihrem Besuch im Jahr 2015 und genoss dabei insbesondere das Rahmenprogramm abseits der Parties. Chantal war im selben Jahr ebenfalls vor Ort und freute sich – so gut sie damals von Liebeskummer geplagt konnte – über die Begegnungen am Weissenhäuser Strand. Flora war in den Jahren 2013 und 2014 am L-Beach und war begeistert vom Programm – als sehr feminine Lesbe allerdings schockiert von den hämischen Kommentaren der Butches
Termin und Ort : Dienstag 15. August bis Sonntag 20. August 2017 in ganz Barcelona
Location: Die Girlie Circuit findet mit der „originalen“ Circuit statt – einer ursprünglich gigantischen Schwulen-Feierwoche in Barcelona.
Kosten: die Ticketpreise wurden noch nicht veröffentlicht. Es wird auch Tagestickets geben.
Programm 2017: Das Detailprogramm wurde noch nicht veröffentlicht. Es wird aber haufenweise Parties, Shoppingtours, Aquaparkbesuche, einen Girlie-Bus und Fitnessangebote geben. Ziemlich kunterbunt das Ganze – so wie es Barcelona selbst auch ist.
Rückblick letzte Festivals: Einen seriösen Rückblick kann ich euch kaum präsentieren. Denn weder war eine von uns Lesbian Chics schon mal an der Circuit, noch habe ich sonstwo verlässliche Berichte gefunden. Den Fotos vom letzten Jahr zu urteilen, ist die Circuit was für feierwütige und flirtlaunige. Ziemlich heiss.
Ella International Lesbian Festival
Termin und Ort: Donnerstag 31. August bis Samstag 7. September 2017 in Mallorca, Spanien
Location: Hotel HM Tropical, 5% Rabatt auf den regulären Zimmerpreis mit dem Ella-Code. Ella-Strand direkt vor dem Hotel (Treffpunkt des Tages). Parties an verschiedenen Orten – aber immer in der Nähe des Hotels.
Kosten: Tickets zwischen 100 und 350 Euro für 4 – 8 Tage Ella. Nur Party, Essen und Aktivitäten. Ohne Hotel und Flüge.
Programm 2017: Detailprogramm noch nicht online. Die ersten Tage gibt es jeweils ein gemeinsames Nachtessen mit anschliessender Themenparty. In der zweiten Festivalwoche liegt der Fokus auf Exkursionen und Sport. Im Moment findet sich auf der Website nicht mehr.
Rückblick letzte Festivals: Gemäss eigenen Angaben besuchten Frauen aus über 20 Ländern das Ella-Festival 2016. Unsere Schreiberin und Wahl-Mallorcisin Lucia war im Jahr 2016 vor Ort und hat ihre Eindrücke gebloggt. Zusammenfassend kann man wohl sagen, dass bei Ella der Fokus auf Party und Gourmet steht und auf ein sportlich-aktives Lesbenpublikum abzielt.
International Eressos Women’s Festival
Auf dieses Festival bin ich erst während den Recherchen für den Blog gestossen. Es ist eine zweiwöchige Frauensause auf der Insel Lesbos in Griechenland. Hätte ich mir eigentlich denken können, dass es dort so was gibt.
Termin und Ort: 9. – 23. September 2017
Location: Skala Eressos, Lesbos. Griechenland. Keine weiteren Infos zu Hotels.
Kosten: Tickets zwischen 285 EUR und 315 EUR für das ganze Festival. Im Package enthalten sind ist das Hotel, Transfer von und zum Flughafen sowie der Eintritt zu allen Aktivitäten.
Programm 2017: Das Programm ist der Wahnsinn. Es gibt täglich mehrere Aktivitäten, an denen man teilnehmen kann. Es reicht von Mosaik-Worshop über Jeepsafari hin zu Gedichtvorträgen und Weinabenden und natürlich gibt’s jeden Abend irgendwo eine Party.
Rückblick letzte Festivals: Lesbos zieht Lesben seit den 50er Jahren an. Nicht weiter verwunderlich, bei dem Inselnamen und der Geschichte. Lesbos heisst nicht zufälligerweise so. Die Berichte über vergangene Feste zeichnen das Bild einer relaxten, gechillten Veranstaltung. Der Fokus scheint weniger auf wild & wet zu liegen, sondern eher auf lay back and enjoy.
Fazit: Lesben wie mich, in festen Händen und kulturell interessiert, wird man wohl am ersten an der L-Beach, am Erossos oder Ella treffen. Einfach, weil diese Veranstaltung nicht nur Parties, sondern auch Workshops oder viel Freizeit für eigene Exkursionen bieten. Wer auf Party hard steht, muss unbedingt nach Barcelona, Mallorca oder nach Ibiza. Da gibts die meisten Feiermöglichkeiten (auch ausserhalb des Festivals).
Neu! Jahres-LGBTIQ-Eventkalender!
Schaut mal hier rein! Da findet ihr (fast) alle grösseren LGBTIQ-Festivals und Pride-Events, die unter dem Jahr stattfinden.
Hab ich ein Festival vergessen oder möchtest du einen Erfahrungsbericht beisteuern? Dann melde dich per Mail an redaktion@lesbianchic.de oder per PN auf Facebook. Inputs und Gastbeiträge sind bei uns immer herzlich willkommen.
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